Schwimmteich einwintern:
So funktioniert biologische Wasseraufbereitung im Winter

Der frühe Winter ist für biologisch geführte Schwimmteiche und Naturpools eine entscheidende Phase. Während konventionelle Pools mit Chemie arbeiten, setzen biologische Systeme auf natürliche Prozesse. Diese verändern sich mit sinkenden Temperaturen grundlegend. Wer seinen Schwimmteich richtig einwintert, schafft die Basis für kristallklares Wasser im kommenden Frühjahr.

Dieser Beitrag richtet sich primär an Besitzer von Schwimmteichen und Naturpools. Bei Fischteichen gelten teilweise andere Regeln, da hier zusätzlich die Bedürfnisse der Tiere berücksichtigt werden müssen.

Auf einen Blick: Die biologische Wasseraufbereitung pausiert im Winter weitgehend, endet aber nicht. Unter 10 °C reduzieren Nitrifikationsbakterien ihre Aktivität erheblich. Minimieren Sie jetzt den Nährstoffeintrag und bereiten Sie die Technik frostsicher vor.

Langer moderner Außenpool neben einem Gebäude mit großen Glasfassaden, teilweise gefroren und umgeben von Schnee.

Wie sich biologische Systeme im Winter verändern

Dieser Prozess ist stark temperaturabhängig. Die optimale Temperatur für die Nitrifikation liegt zwischen 15 und 30 °C. Unter 10 °C verlangsamt sich der Prozess erheblich. Laut Fachliteratur zur Wasseraufbereitung sollte die Temperatur mindestens 12 °C betragen, damit die Bakterien zuverlässig arbeiten. Bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt kommt die Nitrifikation nahezu zum Erliegen.

Nitrifikation: Temperaturabhängigkeit der Bakterienaktivität

Wassertemperatur

Bakterienaktivität

Quelle

25–30 °C

Optimales Wachstum

StudySmarter, 1h2o3.com

15–30 °C

Funktionsfähiger Bereich

ALMAWATECH, umfis.de

Unter 10 °C

Prozess erheblich verlangsamt

ALMAWATECH

Unter 12 °C

Mindesttemperatur unterschritten

umfis.de



Die Bedeutung klarer Wasserführung

Auch wenn die biologische Aktivität nachlässt, bleibt die Wasserführung wichtig. Stagnierendes Wasser begünstigt Fäulnisprozesse und kann im Frühjahr zu Algenproblemen führen.

Erfahrene Fachbetriebe wie die Zinsser KG aus Uelzen setzen auf durchdachte Systeme, die auch im Winter funktionieren. Als TeichMeister-Fachbetrieb arbeiten sie seit 1998 mit externen Filterzonen, in denen das Wasser durch bepflanzte Bereiche zirkuliert und natürlich gereinigt wird. 2024 wurde das Unternehmen gleich mit zwei Anlagen in die Pool-TOP-10 des Bundesverbandes Schwimmbad & Wellness gewählt.

Pflanzen und Substrate im Winterbetrieb

Die Wasserpflanzen in der Regenerationszone stellen ihr Wachstum weitgehend ein. Viele Arten ziehen sich zurück oder sterben oberirdisch ab. Das ist ein natürlicher Vorgang.

Wichtig ist jetzt:

  • Abgestorbene Pflanzenteile entfernen, bevor sie ins Wasser fallen und zu Nährstoffeinträgen führen
  • Schilfhalme stehen lassen: Sie dienen als natürliche Eisfreihalter und ermöglichen Gasaustausch
  • Substrate nicht stören, da sich dort überwinternde Mikroorganismen befinden


Die Substrate in Filtersubstratbereichen beherbergen auch im Winter einen Biofilm. Dieser reaktiviert sich im Frühjahr schneller, wenn er ungestört bleibt.

Umgang mit organischen Einträgen

Laub, Blütenpollen und andere organische Materialien sind die größten Herausforderungen im Spätherbst und frühen Winter. Sie bringen Nährstoffe ins System, die bei reduzierter biologischer Aktivität nicht vollständig abgebaut werden.

Bewährte Maßnahmen:

  • Laubschutznetze rechtzeitig spannen (Maschenweite ca. 3 mm)
  • Regelmäßig Oberflächenreinigung durchführen
  • Skimmer kontrollieren und reinigen
  • Bodenabsaugung vor dem Winter durchführen

Technik im biologisch geführten System: Pumpe abstellen oder laufen lassen?

Die Frage, ob die Pumpe im Winter laufen sollte, wird unter Fachleuten unterschiedlich beantwortet. Es gibt zwei grundsätzliche Ansätze:

Option 1: Pumpe abstellen

Bei Wassertemperaturen unter 8–10 °C stellen die Filterbakterien ihre Arbeit weitgehend ein. In diesem Fall kann die Pumpe abgeschaltet werden.

Wichtig bei Abschaltung:

  • Alle Leitungen entleeren (Frostschutz)
  • Pumpe in Wassereimer frostfrei lagern
  • Skimmer und Düsen verschließen

Option 2: Pumpe weiterlaufen lassen

Bei größeren Systemen (ab etwa 15.000 Litern) und milden Wintern kann ein reduzierter Betrieb sinnvoll sein.

Wichtig bei Weiterbetrieb:

  • Nicht aus der Tiefe ansaugen (4-°C-Schicht erhalten)
  • Durchfluss reduzieren
  • Regelmäßig kontrollieren


Spezialisierte Fachbetriebe wie Immergrün aus Hemer haben über 40 Jahre Erfahrung mit der Winterführung biologischer Systeme gesammelt. Das Unternehmen betont, dass bei ihrer Bauweise Schäden durch Frost und Schnee nahezu ausgeschlossen sind. Viele ihrer Naturpools werden im Winter sogar als Saunatauchbecken genutzt.

Eisbildung und Gasaustausch

Eine geschlossene Eisdecke verhindert den Gasaustausch zwischen Wasser und Atmosphäre. Faulgase können nicht entweichen, frischer Sauerstoff gelangt nicht ins Wasser.

Lösungen für den Gasaustausch:

MethodeWirkungsweise
Eisfreihalter (Styropor)Isoliert und hält Bereich eisfrei
Schilfhalme stehen lassenNatürlicher Gasaustausch durch hohle Stängel
TeichbelüfterAktive Sauerstoffzufuhr in Flachwasserzonen

Wichtig: Schlagen Sie niemals mit Hammer oder Axt Eis auf. Die entstehenden Druckwellen können bei Fischteichen die Schwimmblase der Fische schädigen. Besser: Topf mit heißem Wasser auf die Eisdecke stellen und ein Loch schmelzen.

Moderner Garten mit gefrorenem Naturpool, schneebedeckten Ziergräsern und weichem Sonnenaufgang.

Warum bleibt es am Teichgrund wärmer? Die Dichteanomalie des Wassers

Wasser hat eine besondere physikalische Eigenschaft: Es erreicht seine größte Dichte bei 4 °C. Dieses schwere Wasser sinkt zum Grund, während das leichtere, kältere Wasser an der Oberfläche gefriert.

Diese sogenannte Dichteanomalie ist der Grund, warum Teiche von oben zufrieren und am Grund etwa 4 °C warm bleiben. Für überwinternde Organismen und die Biologie im Substrat ist das überlebenswichtig.

Deshalb gilt: Im Winter nicht aus der Tiefe ansaugen, um diese Schichtung nicht zu zerstören.

Mystischer, dampfender Naturteich im Winter mit Raureif auf Pflanzen und farbenfrohem Sonnenaufgang.

Die Wintermonate sind auch eine gute Zeit für Planung und kleinere Optimierungen:

  • Dokumentieren Sie den aktuellen Zustand Ihres Systems
  • Planen Sie eventuelle Erweiterungen der Regenerationszone
  • Überprüfen Sie die Technik auf Verschleiß
  • Informieren Sie sich über neue Entwicklungen bei biologischer Wasseraufbereitung


Wer über einen Neubau oder eine Sanierung nachdenkt, findet bei erfahrenen Fachbetrieben kompetente Beratung. Immergrün aus Hemer hat über 100 Schwimmteiche und Naturpools realisiert und bietet 3D-Visualisierungen für die Planung. Die bluegardens-Partnersuche hilft Ihnen, einen qualifizierten Fachbetrieb in Ihrer Nähe zu finden.

Planung und Optimierung für das Frühjahr

Die biologische Wasseraufbereitung pausiert im Winter weitgehend, aber sie endet nicht. Wer seinen Schwimmteich richtig einwintert, schafft optimale Bedingungen für einen problemlosen Start ins neue Jahr.

Die wichtigsten Punkte:

  1. Nährstoffeintrag minimieren (Laub entfernen, Laubschutznetz)
  2. Technik frostsicher machen (Leitungen entleeren oder frostfrei lagern)
  3. Gasaustausch sicherstellen (Eisfreihalter, Schilfhalme)
  4. Wasserschichtung erhalten (nicht aus der Tiefe ansaugen)

Erfahrene Fachbetriebe wie die Zinsser KG in Uelzen oder Immergrün in Hemer wissen, dass ein gut geplantes System auch den Winter souverän übersteht. Bei Fragen zur Winterpflege oder zur Optimierung Ihres Schwimmteichs stehen Ihnen die bluegardens-Partner gerne zur Verfügung.

Muss ich das Wasser im Winter ablassen?

Nein, das Wasser muss nicht abgelassen werden. Es bleibt im Schwimmteich und friert nur an der Oberfläche zu. Wichtig: Bei abgeschalteter Pumpe müssen alle Leitungen entleert werden, um Frostschäden zu vermeiden.

Sterben die Filterbakterien im Winter ab?

Nein, nicht vollständig. Die Bakterien reduzieren ihre Aktivität bei unter 10 °C stark, bleiben aber in den Substraten erhalten. Im Frühjahr reaktivieren sie sich, sobald die Temperaturen über 10 °C steigen.

Wann sollte ich die Pumpe abstellen?

Bei dauerhaften Wassertemperaturen unter 8–10 °C ist das Abstellen sinnvoll, da die Filterbakterien dann kaum noch arbeiten. Bei größeren Anlagen (ab 15.000 Liter) kann ein reduzierter Weiterbetrieb sinnvoll sein.

Warum bleibt es am Teichgrund wärmer?

Wegen der Dichteanomalie des Wassers: Wasser hat seine größte Dichte bei 4 °C. Dieses schwere Wasser sinkt nach unten, während das leichtere, kältere Wasser an der Oberfläche gefriert. So bleibt der Teichgrund bei etwa 4 °C.

Darf ich die Eisdecke aufschlagen?

Nein, niemals mit Hammer oder Axt. Die Druckwellen können bei Fischteichen die Schwimmblase der Fische schädigen. Schmelzen Sie stattdessen ein Loch mit heißem Wasser.

Wann sollte ich im Frühjahr wieder starten?

Sobald die Wassertemperatur dauerhaft über 10 °C steigt, können Sie die Technik wieder in Betrieb nehmen. Die biologische Aktivität setzt dann langsam wieder ein.

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